Sonntag, 19. Mai 2013

Mephisto

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Mephisto

verführt Menschen
bringt Menschen ins Unglück
Das Böse
er sieht nur einen Teil Faust das Ganze ( Universalgelehrter) was die Welt im Innersten zusammen hält
Darstellung ist frei von christlichen Regeln
hat eine fast sympatische Aufmachung
materialistisch
der Geist der stets verneint
gehört zur Schöpfung Gottes
Gott ist somit der Chef

 Selbstbild, aus Studirzimmer
Ich bin ein Theil des Theils, der Anfangs alles war,
1350
Ein Theil der Finsterniß, die sich das Licht gebar,
Das stolze Licht, das nun der Mutter Nacht
Den alten Rang, den Raum ihr streitig macht,
Und doch gelingt’s ihm nicht, da es, so viel es strebt,
Verhaftet an den Körpern klebt.

Gibt an nicht allwissend zu sein ( Gott ist aber allwissend )

Mephistopheles.
Und doch hat Jemand einen braunen Saft,
1580
In jener Nacht, nicht ausgetrunken.

Faust.
Das Spioniren, scheint’s, ist deine Lust.

Mephistopheles.
Allwissend bin ich nicht; doch viel ist mir bewußt.

Mephisto nimmt Faust mit in das echte Leben, mit in Auerbachs Keller,, In der Studentenkneipe singt er ein herrschaftskritisches Flohlied um die Gruppe zu erfreuen. Er greift zu allerlei Tricks, um die Gruppe zu erheitern, so zaubert er Wein aus dem Tisch und entfacht ein Feuer. Schließlich verzaubert er die Studenten um unauffällig entkommen zu können. Solche Tricks sind eigentlich einem Teufel nicht würdig. Biblisch wird der Teufel als Gegenspieler Gottes gesehen, der über  nicht unbeträchtliche Macht verfügt. Hier übt er sich in Spielereien.

Diese Spielereien zeigen bereits, dass der Teufel nicht das ist, was er im christlichen Bilde wäre. Anstatt Wunder zu tun übt er sich in Spielereien ( Auerbachs Keller), er ist nicht in der Lage Faust zu verzaubert, statt dessen muss er die Hilfe einer Hexe suchen ( Hexenküche ) und er kann auch nicht Macht auf das sittliche Gretchen einzuwirken ( Straße Faust und Margarete). Zudem lässt er sich auch gewissermaßen knechten, so stellt Faust ihm ein Ultimatum: Bring mir bis Mitternacht das Gretchen oder ich bin weg ( Straße), er lässt sich sogar schicken, soll ein Geschenk für Gretchen besorgen ( Straße ). Auch in weiteren Szenen zeigt sich, dass seine Macht begrenzt ist. So gelingt es Mephisto nicht Faust selbst zu verjüngen, hierfür benötigt der Teufel die Hilfe einer Hexe. Weiterhin kann er nicht Gretchen dazu überreden sich ganz von Gott abzukehren: In der Not sucht sie Halt im Glauben bei der Jungfrau Maria und im Dom.

Jedoch verändert sich Mephisto im Verlauf des Stückes. Während er zunächst, in der Szene Prolog im Himmel, als klassischer Teufel erscheint, der dem biblischen Bild entspricht, wird er später dem Satan der Volksweisheiten ähnlicher, da er einen Pferdefuß hat und auch insgesamt menschlicher, fehlbarer und nahbarer wirkt, als der Teufel aus der Bibel. So urteilt Requart, dass Gothe im ersten Faust zwei Ansichten des Satan zeigt.

Gut gegen Böse
Gretchen ist auch Mephistos wahrer Gegner, wenn es darum geht, dass GUT gegen Böse kämpft. Mephisto zeigt sich hierbei nicht offenkundig als das reine Böse, ist er doch ein Gefährte von Faust. Sieht man das reine Böse, denkt man oft an jemanden der mordert, jemanden der lügt und jemanden der Krankheit und Not über die Menschen bringt. Jedoch ist Mepisto nicht das gegengöttliche Prinzip ( S 111, Helmut Kobligk Faust I), sondern vielmehr ein Vertreter des Bösen, der manipuliert und die böse Seite im Menschen selbst anspricht. Durch seine Anwesenheit bringt er das schlechte im Menschen zu Tage, schürt Fausts niedere Gelüste, treibt indirekt das gute Gretchen in den Abgrund. Jedoch ist er sehr begrenzt in seinen Möglichkeiten, so ist er ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft. Somit dient er ja eigentlich Gott, dem Herrn und ist nicht frei in seinen Handlungen und entscheidungen. Dies zeigt sich auch darin, dass er betont über Gretchen keinerlei Macht zu haben.

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