Sonntag, 19. Mai 2013

Goethe über Faust

Wie man an der Tatsache sieht, dass das Werk Faust insgesamt drei Ausführungen hat, ist Faust für Goethe von besonderer Bedeutung. Es handelt sich um sein Lebenswerk, das er als "summa summarum" seines Lebens bezeichnet.

Nach der Reise nach Italien veränderte sich Goethes Einstellung zu sein Werk. Dieser Sinneswandel lässt sich anhand von Briefen an seinen Freund Schiller nachvollziehen. Goethe hat bei der Arbeit am zweiten Teil von Faust dafüber nachgedacht welchen Unterschied er zwischen dem ersten und zweiten Teil von Faust macht.
Schiller war bereits von Anfang an die symbolische Bedeutsamkeit klar, da sie einen diametralen Gegensatz zur Vernuft herstellt.

Goethe setzt sich stark mit den Szenen des  Urfaust auseinander, da er die Prosa in Reime bringen möchte. Dieser Prozess verändert das Werk noch einmal fundermental, da es, bis auf eine Szene, ein völlig neues, sprachliches Gewandt bekommt.


Wie man an den Zitaten sehen kann ist Faust, insbesondere Faust I weniger eine konstruierte und durchgeplante Figur, als mehr eine geborene und aus Goethe selbst heraus geschaffene Figur, die wie kaum eine andere Figur in seinem Leben sich durch seine gesamte Lebenszeit zog.
„Aber doch ist alles (besonders im Helena-Teil von Faust II) sinnlich und wird, auf dem Theater gedacht, jedem gut in die Augen fallen. Und mehr habe ich nicht gewollt. Wenn es nur so ist, daß die Menge der Zuschauer Freude an der Erscheinung hat; dem Eingeweihten wird zugleich der höhere Sinn nicht entgehen, wie es ja auch bei der Zauberflöte und anderen Dingen der Fall ist.“
– Gespräch mit Eckermann am 25. Januar 1827
 http://de.wikipedia.org/wiki/Faust._Eine_Trag%C3%B6die.#Goethes_.C3.84u.C3.9Ferungen_.C3.BCber_seinen_Faust
„Die Deutschen sind übrigens wunderliche Leute! – Sie machen sich durch ihre tiefen Gedanken und Ideen, die sie überall suchen und überall hineinlegen, das Leben schwerer als billig. – Ei! so habt doch endlich einmal die Courage, Euch den Eindrücken hinzugeben, Euch ergötzen zu lassen, Euch rühren zu lassen, Euch erheben zu lassen, ja Euch belehren und zu etwas Großem entflammen und ermutigen zu lassen; aber denkt nur nicht immer, es wäre Alles eitel, wenn es nicht irgend abstrakter Gedanke und Idee wäre! Da kommen sie und fragen: welche Idee ich in meinem Faust zu verkörpern gesucht? – Als ob ich das selber wüßte und aussprechen könnte. […] Je inkommensurabler und für den Verstand unfaßlicher eine poetische Produktion, desto besser.“
– Gespräch mit Eckermann am 6. Mai 1827
 http://de.wikipedia.org/wiki/Faust._Eine_Trag%C3%B6die.#Goethes_.C3.84u.C3.9Ferungen_.C3.BCber_seinen_Faust
„Der erste Teil ist fast ganz subjektiv; es ist alles aus einem befangenerem, leidenschaftlicheren Individuum hervorgegangen, welches Halbdunkel den Menschen auch sowohl tun mag. Im zweiten Teile aber ist fast gar nichts subjektives, es erscheint hier eine höhere, breitere, hellere, leidenschaftslosere Welt, und wer sich nicht etwas umgetan und einiges erlebt hat, wird nichts damit anzufangen wissen. Es sind darin einige Denkübungen, sage ich, und es möchte auch mitunter einige Gelehrsamkeit erfordert werden. ‚… Ich habe immer gefunden,‘ sagte Goethe lachend, ‚daß es gut sei etwas zu wissen.‘“
– Gespräch mit Eckermann am 17. Februar 1831
 http://de.wikipedia.org/wiki/Faust._Eine_Trag%C3%B6die.#Goethes_.C3.84u.C3.9Ferungen_.C3.BCber_seinen_Faust

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