Sonntag, 19. Mai 2013

Adonius 

Besteht aus Daktylius und Trochäus
meist im Chor bei Faust
stammt aus der Antike
die Schlusszettel soll wirken
Geister.
      Schwindet ihr dunkeln
      Wölbungen droben!
      Reizender schaue,
[93]
1450
      Freundlich, der blaue
      Aether herein!
      Wären die dunkeln
      Wolken zerronnen!
      Sternelein funkeln,
1455
      Mildere Sonnen
      Scheinen darein.
      Himmlischer Söhne
      Geistige Schöne,
      Schwankende Beugung
1460
      Schwebet vorüber.
      Sehnende Neigung
      Folget hinüber;
      Und der Gewänder
      Flatternde Bänder
1465
      Decken die Länder,
      Decken die Laube,
      Wo sich für’s Leben,
      Tief in Gedanken,
      Liebende geben.
1470
      Laube bey Laube!
      Sprossende Ranken!
[94]
      Lastende Traube
      Stürzt in’s Behälter
      Drängender Kelter,
1475
      Stürzen in Bächen
      Schäumende Weine,
      Rieseln durch reine,
      Edle Gesteine,
      Lassen die Höhen
1480
      Hinter sich liegen,
      Breiten zu Seen
      Sich ums Genüge
      Grünender Hügel.
      Und das Geflügel
1485
      Schlürfet sich Wonne,
      Flieget der Sonne,
      Flieget den hellen
      Inseln entgegen,
      Die sich auf Wellen
1490
      Gauklend bewegen;
      Wo wir in Chören
      Jauchzende hören,
      Ueber den Auen
      Tanzende schauen,
1495
      Die sich im Freyen
      Alle zerstreuen.
      Einige glimmen
      Ueber die Höhen,
      Andere schwimmen
1500
      Ueber die Seen,
      Andere schweben;
      Alle zum Leben,
      Alle zur Ferne
      Liebender Sterne
1505
      Seliger Huld.
auch
12013-19
12032-36

 

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